Fehlercodes online erklären

Der Offline-Katalog (Fehlercodes lesen und löschen) kennt die genormten Codes (SAE J2012), aber kaum herstellerspezifische wie P1xxx oder U1xxx. Für solche Codes kann obd-diag auf Wunsch eine kurze Erklärung aus dem Netz holen. Das ist standardmäßig aus.

obd-diag diagnose --port /dev/ttyUSB0 --online-codes
obd-diag scan --port /dev/ttyUSB0 --online-codes

In der Oberfläche: Menü Optionen → „Fehlercodes online erklären“. Die Einstellung wird je Nutzer gespeichert und gilt ab dem nächsten Scan.

Was angezeigt wird

Nachgeschlagen werden nur Codes ohne Katalogtext. Zu jedem Treffer steht der Text der Quelle (englisch), die Datei und ein Link auf die Zeile in der Quelle:

Gespeichert:
  P1220  (keine Beschreibung im Katalog)
         Online, ungeprüft: Fuel Quantity Actuator Y231
         Quelle: Wal33D/dtc-database (MIT), mercedes_codes.txt, https://github.com/…#L2
         Im Web suchen: https://duckduckgo.com/?q=P1220+Mercedes-Benz

Die Erklärung landet auch in der gespeicherten Sitzung (Feld online am Code) und im PDF-Bericht, dort als „Online-Erklärung (ungeprüft)“ mit Quelle.

Warnung

Ungeprüft. Die Texte stammen aus einer frei verfügbaren Sammlung, deren Herkunft nicht belegt ist, und sind oft knapp. Sie ersetzen weder die Unterlagen des Herstellers noch eine Werkstatt. obd-diag zeigt sie deshalb immer getrennt vom Katalogtext und mit Quelle.

Woher die Texte kommen

Quelle ist Wal33D/dtc-database (MIT-Lizenz, die Nutzung und Weitergabe erlaubt), fest auf einen Commit gepinnt. Sie enthält je Hersteller eine Textdatei (z. B. mercedes_codes.txt) und je Codefamilie eine allgemeine (p_codes.txt, u_codes.txt …).

  • Herstellerspezifische Codes werden nur in der Datei des Herstellers gesucht, den die FIN nennt (FIN-Dekodierung). Derselbe Code bedeutet bei einem anderen Hersteller etwas anderes: U1218 ist bei Ford ein Fehler im J1850-Bus der Außenbeleuchtung; am Mercedes kann er etwas ganz anderes bedeuten. Ohne FIN (scan) oder bei einem Hersteller ohne eigene Datei bleiben sie deshalb ohne Erklärung.

  • Genormte Codes kommen aus der Herstellerdatei, falls sie dort stehen, sonst aus der allgemeinen Datei.

  • Die Sammlung ist klein: Für Mercedes-Benz enthält sie rund 30 Codes, alle P1xxx. Für viele Codes bleibt es deshalb bei „Im Web suchen“.

Was ins Netz geht

  • obd-diag lädt ganze Dateien der Quelle von raw.githubusercontent.com. Der Server erfährt nur, welche Datei gebraucht wird (z. B. die Mercedes-Datei), weder den Fehlercode noch die FIN.

  • Jede Datei wird einmal geladen und unter $XDG_CACHE_HOME/obd-diag/dtc-online/ (Standard ~/.cache/obd-diag/dtc-online/) abgelegt. Weil der Commit fest ist, ändert sie sich nie; danach geht für sie nichts mehr ins Netz.

  • Ohne Netz oder bei Fehlern läuft die Diagnose normal weiter, die Codes haben dann einfach keine Online-Erklärung.

  • „Im Web suchen“ (Schaltfläche in der Oberfläche, Link in der Kommandozeile) ruft obd-diag nie selbst ab. Erst wer den Link im Browser öffnet, schickt Code und Hersteller an die Suchmaschine. Die Schaltfläche gibt es auch ohne Online-Erklärung.

Unabhängig davon schlägt --online-vin die FIN bei NHTSA vPIC nach (Sitzungen, Bericht und Mitschnitt); beide Schalter sind getrennt.