Adapter und Anschluss¶
obd-diag spricht mit Adaptern, die sich wie ein ELM327 verhalten: über USB als
serielle Schnittstelle oder über klassisches Bluetooth (/dev/rfcomm*). Bluetooth LE
kommt erst mit v0.3 (Roadmap).
Welcher Adapter¶
Adapter mit echtem ELM327- oder STN-Chip (z. B. OBDLink) sind verlässlich.
Billige „v1.5“-Klone melden sich oft als ELM327, beherrschen aber nicht alle Befehle oder liefern Zeichenmüll. obd-diag fängt einiges davon ab (Antwortformate), garantiert aber nichts.
FORScan ELMconfig USB (der Adapter für den ersten Test): hat einen Umschalter MS-CAN/HS-CAN. Für die genormte Diagnose muss er auf HS-CAN stehen; MS-CAN ist ein Ford-spezifischer Komfortbus. Der USB-Chip ist meist ein CH340.
Baudrate¶
Die Baudrate gilt zwischen Rechner und Adapter, nicht zum Fahrzeug. Standard ist
38400 Baud (--baud); viele USB-Adapter laufen auch oder nur mit 115200. Antwortet
obd-diag info nicht, ist die andere Baudrate der erste Versuch; obd-diag setup-check
probiert beide (Installation).
Adapter finden¶
obd-diag ports
listet USB-Seriell-Adapter (/dev/ttyUSB*, /dev/ttyACM* und andere Geräte mit
USB-Kennung) und gebundene Bluetooth-Geräte (/dev/rfcomm*). Eingebaute
Schnittstellen (/dev/ttyS*) erscheinen nicht. Ein Bluetooth-Adapter wird vorher
gebunden:
sudo rfcomm bind 0 <MAC-Adresse> # danach /dev/rfcomm0
Verbindung prüfen¶
obd-diag info --port /dev/ttyUSB0
Adapter: ELM327 v1.5
Bordspannung: 12.4 V
info setzt den Adapter zurück und liest dessen Kennung und die Spannung an Pin 16 der
OBD-Buchse. Das Fahrzeug wird dabei noch nicht angesprochen.
Adapter prüfen¶
obd-diag adapter --port /dev/ttyUSB0
Adapter: ELM327 v1.5
Beschreibung: OBDII to RS232 Interpreter
Version: v1.5: steht nicht in der Versionsliste von Elm Electronics, der Adapter ist ein Nachbau
Urteil: Nachbau, Befehlssatz wie v1.4
Bordspannung: 12,4 V
Parameter: alle auf Werkseinstellung
Für UDS (v0.3): voraussichtlich ja: Befehlssatz ab v1.4, die nötigen Befehle ATSH (ab v1.0) und ATCRA (ab v1.3) sind damit enthalten
Geprüfte Befehle:
ATI: ja (seit v1.0: Kennung)
AT@1: ja (seit v1.0: Gerätebeschreibung)
ATRV: ja (seit v1.0: Spannung)
ATPPS: ja (seit v1.1: Übersicht der Programmable Parameters)
ATIGN: ja (seit v1.4: Zündungseingang)
ATRD: ja (seit v1.4: Nutzerspeicher lesen)
ATAMC: nein (seit v2.0: Aktivitätszähler)
(Beispiel mit erfundenen Antworten; welche Befehle der FORScan-ELMconfig-Adapter wirklich kennt, zeigt erst der Check an ihm.)
Der Adapter-Check zeigt, was der Adapter wirklich kann. Viele Adapter melden sich als
„ELM327 v1.5“ oder „v2.1“, sind aber Nachbauten mit unvollständigem Befehlssatz. Der
Check fragt Kennung (ATI), Beschreibung (AT@1) und Spannung (ATRV) ab und probiert
Befehle, die laut Versionsliste des Datenblatts erst mit einer bestimmten Firmware
hinzukamen (ATPPS v1.1, ATIGN und ATRD v1.4, ATAMC v2.0). Daraus folgen:
Version: Eine v1.5 hat Elm Electronics nie herausgebracht (die Versionsliste springt von v1.4b auf v2.0); ein Adapter, der sie meldet, ist ein Nachbau.
Urteil: welcher Version der Befehlssatz tatsächlich entspricht und ob Befehle fehlen, die die gemeldete Version haben müsste („Nachbau, …; es fehlt ATAMC“).
Bordspannung: unter 5 V steckt der Adapter vermutlich nicht im Auto (er misst die Spannung an Pin 16 der OBD-Buchse), unter 11,8 V ist die Batterie schwach.
Parameter: ob jemand die Voreinstellungen des Adapters (Programmable Parameters) geändert hat; obd-diag ändert sie nie.
Für UDS (v0.3): ob der Adapter voraussichtlich für die geplante Steuergerätesuche taugt. Sie braucht
ATSHundATCRA; die sendet der Check selbst nicht, weil sie die Adressierung verstellen. Das Urteil ist deshalb ein Schluss aus dem übrigen Befehlssatz, sicher zeigt es erst die Suche selbst.
Der Check sendet nur Adapter-Befehle, das Fahrzeug wird nicht angesprochen; keiner der
Befehle verändert den Adapter dauerhaft (Befehlsreferenz). --json gibt das
Ergebnis maschinenlesbar aus. In der Oberfläche steht er unter Optionen → Adapter
prüfen …: