Batterie- und Anlasstest¶
Der Test misst die Bordspannung in drei Momenten und bewertet sie: in Ruhe (Ladezustand), beim Anlassen (wie tief die Spannung einbricht, das zeigt die Startkraft der Batterie) und im Leerlauf (ob die Lichtmaschine lädt). Den Motor startet man selbst, sobald obd-diag dazu auffordert. Gesendet werden nur lesende Befehle (Sicherheitskonzept).
obd-diag battery --port /dev/ttyUSB0
obd-diag battery --demo # Ablauf ohne Auto ausprobieren
In der Oberfläche: Optionen → Batterie- und Anlasstest …, dann Test starten. Der Dialog zeigt die Aufforderung groß, dazu die Spannung und die verbleibende Zeit.
Ablauf¶
Vorbereiten: Fahrzeug steht, Gang in P bzw. Leerlauf, Feststellbremse an. Zündung an, Motor aus, Licht und Gebläse aus. Läuft der Motor schon, bricht der Test ab.
Ruhe (3 s): obd-diag liest die Spannung laut Adapter (
ATRV) etwa 50-mal je Sekunde und die Spannung laut Motorsteuergerät (PID 42).Anlassen: Aufforderung „Jetzt den Motor starten“. Bis zu 30 s (
--start-timeout) wartet obd-diag; während des Anlassens wird nur die Spannung gelesen, so dicht wie möglich.Laden (10 s): Motor laufen lassen. Nach 5 s Einschwingen wird 5 s lang die Ladespannung gemessen.
Der ganze Test dauert etwa 15 s plus die Zeit bis zum Start.
Bewertung¶
Messung |
gut |
auffällig |
mangelhaft |
|---|---|---|---|
Ruhespannung |
ab 12,2 V |
11,8 bis 12,2 V |
unter 11,8 V |
Tiefstwert beim Anlassen |
ab Grenze + 0,4 V |
Grenze bis + 0,4 V |
unter der Grenze |
Ladespannung im Leerlauf |
13,5 bis 15,0 V |
12,8 bis 13,5 V |
unter 12,8 oder über 15,0 V |
Ruhe: Eine 12-V-Bleibatterie hat in Ruhe etwa 12,6 V, wenn sie voll ist, 12,4 V zu drei Vierteln und 12,2 V halb geladen; unter 12,0 V ist sie weitgehend leer. Mit Zündung an ziehen die Steuergeräte Strom, die Spannung liegt daher etwas tiefer als ganz ohne Last. Kurz nach einer Fahrt zeigt sie zu viel (Oberflächenladung): Aussagekräftig ist der Test nach einigen Stunden Standzeit.
Anlassen: Die Grenze stammt vom klassischen Belastungstest, bei dem eine Batterie bei 21 °C nicht unter 9,6 V fallen darf. Bei Kälte gilt eine tiefere Grenze (16 °C 9,5 V, 10 °C 9,4 V, 4 °C 9,3 V, −1 °C 9,1 V, −7 °C 8,9 V, −12 °C 8,7 V, −18 °C 8,5 V). obd-diag nimmt die Kühlmitteltemperatur vor dem Start als Batterietemperatur; bei warmem Motor ist sie höher und die Grenze damit die strengste. Die ersten 0,1 s des Anlassens (Einschaltstrom des Anlassers) zählen nicht. Ein zu tiefer Wert kann auch am Anlasser oder an Kabeln liegen.
Laden: Fahrzeuge mit Batteriemanagement (Start-Stopp, geregelte Lichtmaschine) laden oft bewusst niedriger; 12,8 bis 13,5 V sind dort normal. Unter 12,8 V lädt die Lichtmaschine nicht, über 15,0 V lädt der Regler zu hoch.
Die Werte sind Richtwerte für 12-V-Bleibatterien (auch AGM und EFB), keine Angabe des Fahrzeugherstellers. Das Gesamturteil ist die schlechteste der drei Bewertungen.
Adapter und Steuergerät¶
Der Adapter misst die Spannung an Pin 16 der Diagnosebuchse, oft hinter einer Schutzdiode. Am Mercedes A 180 d (Erster Test am Auto) zeigte er stets etwa 0,8 V weniger als das Motorsteuergerät. Liefert das Steuergerät seine Spannung (PID 42), rechnet obd-diag die Abweichung in Ruhe auf alle Adapter-Werte auf und nimmt Ruhe- und Ladespannung direkt vom Steuergerät; der Hinweis unter dem Ergebnis nennt die Korrektur.
Warum nicht nur das Steuergerät: Jede Anfrage ans Fahrzeug dauert mit der Mindestpause von
50 ms über 0,1 s, ATRV am FORScan-Adapter nur etwa 15 ms. Das Anlassen ist oft nach
einer Sekunde vorbei. ATRV ist ein Adapter-Befehl und erreicht das Fahrzeug nicht.
Bricht die Spannung so tief ein, dass der Adapter neu startet, richtet obd-diag ihn neu ein und vermerkt das; der Anlasswert gilt dann als auffällig.